
Für die Goldschmiede Stichnoth habe ich im Rahmen eines Praktikums ein Rebranding-Konzept entwickelt, das den Kern der Markenidentität hervorhebt und mit Ideen für eine neue visuelle Sprache und Brand Story auf eine jüngere Zielgruppe ausgerichtet ist.

ziel
Die Werte von Goldschmiede Schmuck für junge Frauen erfahrbar machen.
Vorhandenen Werten eine eigene Sprache und Story geben.
Aus dem Inneren des Unternehmens heraus entwickelt.

Auf Grundlage von Interviews mit der Geschäftsführung, Mitarbeitenden und Kund*innen, Observationen in der Werkstatt und den Stichnoth Läden, sowie einer fundierten Analyse potenzieller Zielgruppen (junge Frauen zwischen 25 und 40 mit Interesse an Premiumprodukten und Luxusmarken), konnte ich feststellen, dass Stichnoth ausgeprägte Werte besitzt, die tief verankert im Unternehmen sind, sich in einem einzigartigen Produkt manifestieren und auch für jüngere Zielgruppen Relevanz haben.
Dadurch, dass Stichnoth hauptsächlich auf den Verkauf in klassischen Juweliergeschäften, intensive Beratung und die Pflege langfristiger Beziehungen setzt, fühlen sich diese Zielgruppen allerdings nicht angesprochen.
Ich habe mit den gewonnenen Insights ein Konzept dafür entwickelt, wie sich die Stichnoth eigenen Werte visuell und inhaltlich so vermitteln lassen, dass sie für junge Frauen erfahrbar sind.
Stichnoth verkörpert Tradition, Handwerkskunst und Extravaganz.
markenwerte

tradition

Stichnoth ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen in 3. Generation, das nach alter Goldschmiede Tradition produziert.
Kontinuität und Authentizität bilden den Kern der Markenidentität.
handwerkskunst
Das Schmuckhandwerk steht im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns. Stichnoths Selbstverständnis ist geprägt von einer bodenständigen Mentalität und der Identifizierung als Goldschmiede. Abseits schnelllebiger Modetrends folgt man hier eigenen ästhetischen und handwerklichen Prinzipien. In aufwendiger Handarbeit entstehen hochwertige, langlebige Unikate, die zeitlos sind und die Trägerin ein Leben lang begleiten.









Die raue Ähstetik der Stichnoth Werkstatt.
Eine wichtige Inspirationsquelle für die neue visuelle Sprache.
extravaganz
In Kombination mit der starken Expressivität des individuellen Stichnoth Stils.
Ein weiterer zentraler Wert, der der Markenidentität ihr kreatives Potenzial verleiht, ist Stichnoths charakteristischer Ausdruck von Extravaganz. Stichnoth Schmuck ist auffällig und groß; viel Gold, riesige Steine, schweres Material und komplexe Arrangements werden benutzt. Dieser Hang zum Außergewöhnlichen spiegelt sich auch in der Gestaltung der Werkstatt und Geschäfte wider.


brand story
Mit der Brand Story sollen Frauen für die Stichnoth-Werte Tradition, Handwerkskunst und Extravaganz begeistert werden, indem ein identifikatorisches Narrativ erzählt wird, darüber, welche Position diese Werte Frauen in der Gesellschaft verleihen und welchen Eindruck von ihrer Persönlichkeit sie damit machen können.
Stichnoth Schmuck ist ein Ausdruck von Modernität.
Modernität bleibt, Mode vergeht. Modernität muss man ownen, Mode kann man kaufen. Fashionable zu sein, ist einfach. Modern zu sein, erfordert Mut. Nicht jede Frau kann Stichnoth Schmuck tragen – er ist für Frauen, die sich trauen, die keine Trends verfolgen müssen, sondern ein tiefes Stilbewusstsein entwickelt haben und daher in langlebige, zeitlose Schmuckstücke investieren können. Frauen, die genau wissen, was sie wollen, die weder die Absicherung durch ein bekanntes Mode-Label brauchen noch das Gefühl, dass andere das Gleiche tragen. Frauen, die lieber mit einem Goldschmied über sein Handwerk reden, als Small Talk mit einer Modeverkäuferin führen.
Stichnoth Schmuck verleiht der Trägerin Charakterstärke, Selbstbewusstsein und die Unabhängigkeit von der schnelllebigen, modischen Gesellschaft.
Für Frauen, die sich trauen unmodisch zu sein.







visuelle Sprache
überdimensionalität
reduktion
Die visuelle Sprache, die die Markenwerte und Story übersetzt und Stichnoth einen Wiedererkennungswert verleiht, basiert auf drei vorrangigen Design Prinzipien.
Das Schmuckstück wird immer über-groß und monumental dargestellt. Es wird, wie ein Kunstgegenstand inszeniert, um die Perfektion des Goldschmiedehandwerks, Stichnoths extravaganten Stil und die Langlebigkeit des Schmucks zu betonen.
Die Bildsprache findet auf viel weißem Hintergrund statt, um die Fokussierung auf das Schmuckstück zu verstärken und deutlich zu kommunizieren, dass Stichnoth Schmuck keinen modischen Kontext, kein gestyltes Setting braucht. Stichnoth positioniert sich als Goldschmiede und nicht als Mode-Label. Die bodenständige und puristische Persönlichkeit wird durch die Reduktion visueller Elemente unterstrichen.
Durch die Collage-Technik wird der Effekt des Unmodischen intensiviert. Die Zweidimensionalität des Hintergrunds lässt das Schmuckstück in den Vordergrund treten. Es wird kein reales Bild geschaffen, sondern Spielraum für die eigene Imagination gelassen. Das Schmuckstück kann ganz aus seinem eigentlichen Kontext herausgenommen und in neue Welten platziert werden, wo es seine Gegenständlichkeit und eigene Wirkungskraft entfalten kann.